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Hilfsorganisationen


31.03.2010

Entwicklungshilfe ist eine noble Angelegenheit.

Entwicklungshilfe? Das ist eine sehr gute Angelegenheit mit dem Ziel, anderen Menschen in ärmeren Ländern zu helfen, aus ihrer oft unverdienten, ererbten Misere herauszukommen. Eine Nation ist bereit, einen Teil ihres erwirtschafteten Reichtums an ärmere Staaten und Menschen abzugeben, damit diese auch zu einer wirtschaftlichen Weiterentwicklung befähigt werden und die Menschen zu mehr Wohlstand und Glück kommen. Um dieses Ziel zu erreichen setzen Regierungen meistens Hilfsorganisationen ein: Deutscher Entwicklungsdienst, Rotes Kreuz, Caritas, Brot für die Welt, Malteser Hilfsdienst, UNICEF, UNO Flüchtlingshilfe, CARE International, Miserior sind neben vielen anderen NGOs (Non Governmental Organisations, Nicht-Regierungs-Organisationen) nur eine kleine Auswahl dieser Organisationen.

So weit die Theorie.
Und die Praxis?
Das ist ein ganz anderes Thema mit ganz anderen Noten. Wir erlebten selber, wie in Ecuador Deutschland Geld für ein großes Wasserkraftwerk gab. Das Land konnte mit Strom versorgt werden. Doch wer baute die Maschinenanlagen? Siemens! Das Geld, das Ecuador ja mit (zwar niedrigen) Zinsen zurückzahlen sollte, ging also zu rund 90% direkt nach Deutschland zurück und "subventionierte" wenige große deutsche Konzerne. Andere Länder taten das ihre, allen voran die USA.

Chimborazo_1.jpg
Ecuador ist ein malerisches Land mit vielen Kontrasten
Der Chimborazo mit 6.310 Metern über dem Meer ist der höchste Berg. Aber auch der Paß über 4.250 Meter ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine.

In Ecuador blieb aber die große Schuld, die nicht bezahlt werden konnte. Als Reaktion darauf sank der Wert der nationalen Währung (oder besser: von der in Nordamerika und Europa herrschenden geheimen Elite wurde die Währung einfach abgewertet), was die Schulden in Dollar oder Mark schnell weiter in astronomische Höhen steigen ließ. Jetzt kamen die "Hilfsorganisationen", die die UNO für solche Fälle hat: WeltWährungsFonds und Weltbank. Sie stellen fest, daß die Preise für Grundnahrungsmittel und Treibstoff im Land zu niedrig waren, also "subventioniert". So lange die Regierung diese Politik weiter verfolgte, war das Land also nicht kreditwürdig. So kam der Rat (Zwangsmaßnahme wäre besser), die Preise von Brot, Reis, Busfahrscheinen und Treibstoff zu verdoppeln!! Wir haben das miterlebt, von einem Tag zum anderen! Alle Proteste halfen den Menschen ebenso wenig wie jetzt den Griechen oder Spaniern (oder uns)! Das Gute war, daß die Menschen dort so friedlich sind.

Anschließend gab es neue Kredite, aber die Inflationsspirale war dafür so richtig in Gang gekommen! Die Banken gaben locker bis zu 40% Zinsen auf Spareinlagen! Davon träumen Sie auch? Lieber nicht! Denn die Inflationsrate war bei 80% im Jahr. Peru traf es zu der Zeit noch heftiger, da der Präsident Alain Garcia (der nach 20 Jahren Pause jetzt wieder regiert, da alle vergessen haben, wie er das Land in den Ruin lenkte...) sich weigerte, mit diesen Haien der UNO zu kooperieren: Die Inflation betrug bis zu 10.000% im Jahr! Die Preise verhundertfachten sich also in einem Jahr!

Ecuador war 1977, als wir uns dort ansiedelten, unter einer Militärregierung. Die regierenden Generäle waren alle aus reichen Familien und echte Patrioten, ähnlich wie wir uns einen preußischen Beamten vorstellen. Ihnen lag (sicherlich auch neben Eigeninteressen) ganz offensichtlich das Wohl des Landes und der Bevölkerung am Herzen. Als Bürger und selbst als Ausländer war von "Militär"regierung nichts zu merken. Selbst die Presse war frei. Die Auslandsverschuldung war sehr gering. Wieso sollte sich dieses gesegnete Land auch verschulden: Die Menschen arbeitsam und friedliebend, die Kriminalität fast auf Null, so daß wir uns nach unseren vorangegangenen zwei Jahren Venezuela sehr wunderten, daß es nicht einmal in der Hauptstadt Quito (sprich: Kito) Häuser mit Gittern vor den Fenstern oder Glasscherben auf den Umfriedungsmauern gab, wie wir das inzwischen schon kannten. Obendrein ist Ecuador mit Rohstoffen und Landwirtschaft sehr gesegnet: Erdöl, Gold, Bananen, Kakao, Kaffee, Krabben (Shrimps), Reis und Mais sind nur einige der Exportprodukte.

Doch die "Internationale Staatengemeinschaft" wie auch einige NGOs wie Amnesty International waren mit der Militärregierung absolut nicht zufrieden! Es mußte eine "freiheitliche" Demokratie her! Leider gab die Regierung nach, aber sie hatte wohl angesichts von drohenden Boykottmaßnahmen keine andere Wahl. So kam es zu "freien Wahlen", aus denen Jaime Roldós Aguilera als Sieger und neuer Präsident hervorging. Am 10. August 1979 wurde er vereidigt. Als Sozialist setzte er auf staatliche Lenkung und begann ein Modernisierungs- und Entwicklungsprogramm mittels staatlicher Rahmenplanung. Er forciere die Nutzung der Wasserkraft und wollte die Erdölvorkommen verstaatlichen. Für seine ambitionierten Pläne brauchte er Geld, Kredite aus dem Ausland.

Vor etwa einem Jahr stieß ich ganz überraschend auf die Bekenntnisse von John Perkins. Zunächst schienen mir seine Behauptungen über seine Tätigkeit als Economic Hit Man (etwa: wirtschaftlicher gedungener Mörder) doch recht suspekt und übertrieben. Doch als ich hörte, was er über Ecuador sagte, erkannte ich, daß ich durch seine Fakten die Fäden besser verknüpfen konnte. Er war mit dabei gewesen, Jaime Roldós zu vielen Krediten zu verhelfen, ja zu überreden und zu zwingen. Perkins war aber auch für die USA und deren Elite in Ecuador "aktiv", als Roldós gegen die Bestrebungen der USA die Erdölindustrie für das Land zurückhaben wollte und sie verstaatlichte. So kam es am 24. Mai 1981 zu einem Flugzeugabsturz, bei dem er starb. Eine spätere Untersuchung von Spezialisten der Stadtpolizei Zürich belegt, daß die Motoren der Maschine beim Aufprall gegen den Berg still standen! John Perkins schreibt dieses Attentat den "Schakalen" der USA zu (oder eigentlich besser: der geheimen Elite hinter den Kulissen!).

Roldós war also beseitigt und sein Nachfolger ließ sich willig dazu breitschlagen, noch viel mehr Kredite aufzunehmen, die alle nur die "Entwicklung des Landes" beschleunigen sollten. So stieg die Auslandsverschuldung in Dollar ins astronomische, immer beschleunigt durch die galoppierende Inflation bzw. Abwertung der nationalen Währung, des Sucre. Schon bald war das Land so abgewirtschaftet (oder besser: ausgeplündert!), daß es sogar Reis importieren mußte, da die eigene Produktion so ins Stocken gekommen war!

Als interessant empfanden wir, wie in diesen Jahren alle im Bundestag vertretenen Parteien mit ihren NGOs, den Stiftungen, in die ecuadoriansiche Politik eingriffen! Dabei war die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU interessanterweise mit der sozialistischen Partei verbunden und die Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD mit der Christlich-Demokratischen Partei! Irgendwie schien die "Parteienfarbe" unwichtig zu sein, Hauptsache es gab eine Einflußmöglichkeit in die ecuadorianische Politik. Die Hanns-Seidel-Stiftung der CSU und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit der FDP waren so weit ich mich erinnere auch in irgend einer Weise vertreten und aktiv am Wirken, aber eben nicht mit humanitären Einsätzen, wie man erwarten würde. Im Vordergrund standen bei allen Stiftungen Schulungen, also Indoktrination bzw. Rekrutierung von Mitarbeitern.

Anmerkung

Wir sind dankbar für Hilfsorganisationen, die echte Hilfsleistungen für die Milliarden Hilfsbedürftigen erbringen!
Obendrein gibt es in den allermeisten selbst zweifelhaften Hilfsorganisationen viele Mitarbeiter,
die ihren Dienst am Mitmenschen aus ganzem Herzen verrichten und von den eventuellen Machenschaften der Leitungsebene nichts wissen.
Erschrocken sind wir auch über die Tatsache, daß selbst (frei-) christliche Missionswerke teilweise die Pläne der Elite (unwissend!?)
unterstützen und ihr zuarbeiten, etwa durch Impfprogramme.

Zum Anfang


Bekenntnisse eines Economic Hit Man

Quelle: Wahrheitssuche.org

Hinzugefügt: 27.03.2010

John Perkins
John Perkins
Der ehemalige Economic Hit Man - auf Deutsch etwa: Wirtschafts-Auftragsmörder
Ich war ein Wirtschafts-Killer
John Perkins war in den 1970er Jahren bei der Beraterfirma Chas. T. Main angestellt, nachdem er, wie er behauptet, von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) sicherheitsüberprüft und anschließend von einem Mitarbeiter der Firma und NSA-Verbindungsmann eingestellt wurde, um nach eigener Beschreibung ein Economic Hit Man (EHM; frei übersetzt: Ein ökonomischer Knochenbrecher) zu werden. Laut seinem Buch bestand Perkins' Funktion darin, die politische und wirtschaftliche Führungselite unterentwickelter Staaten dazu zu bringen, größere Entwicklungshilfekredite aufzunehmen, als sie ökonomisch verkraften konnten, um sie durch die so herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit anschließend erpressen zu können. Staatschefs, die derlei „Deals" nicht zu folgen bereit waren, seien mit geheimdienstlicher Hilfe von den USA aus dem Weg geräumt worden (unter anderem nennt Perkins explizit einen früheren Präsidenten Panamas, Omar Torrijos, der bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz 1981 ums Leben kam und Jaime Roldós, einen Präsidenten Ecuadors).
Confessions of an Economic Hit Man - Part I
John Perkins spricht in einem Interview über seine "Arbeit als Economic Hit Man". Seine Aufgabe war es, Regierungen zu bestechen und in wirtschaftliche Abenteuer zu lotsen, damit ganze Länder verarmten und in Abhängigkeit von seinem Auftraggeber kamen: den USA und der regierenden Elite.
Leider gibt es diese sehr aufschlußreichen Bekenntnisse des Hit Man nur auf Englisch.
Teil 2 der Confessions of an Economic Hit Man
Das wahre Hiroschima...
Das wahre Hiroschima...
 
Haie-Economic-Hitman: Weltwährungsfond, Weltbank, Entwicklungshilfe
Die Haie zerfleischen eine Nation:
Weltwährungsfond, Weltbank, Entwicklungshilfe...
In Ecuador haben wir es selber erlebt, wie das Land ausgebeutet und verarmt wurde. Das war genau zu der Zeit, als John Perkins dort agierte. Wir erlebten die Inflation von 80% im Jahr und die Zunahme der Kriminalität als Folde der Armut.

John Perkins war in den 1970er Jahren bei der Beraterfirma Chas. T. Main angestellt, nachdem er, wie er behauptet, von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) sicherheitsüberprüft und anschließend von einem Mitarbeiter der Firma und NSA-Verbindungsmann eingestellt wurde, um nach eigener Beschreibung ein Economic Hit Man (EHM; frei übersetzt: Ein ökonomischer Knochenbrecher) zu werden. Laut seinem Buch bestand Perkins' Funktion darin, die politische und wirtschaftliche Führungselite unterentwickelter Staaten dazu zu bringen, größere Entwicklungshilfekredite aufzunehmen, als sie ökonomisch verkraften konnten, um sie durch die so herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit anschließend erpressen zu können. Staatschefs, die derlei „Deals“ nicht zu folgen bereit waren, seien mit geheimdienstlicher Hilfe von den USA aus dem Weg geräumt worden (unter anderem nennt Perkins explizit einen früheren Präsidenten Panamas, Omar Torrijos, der bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz 1981 ums Leben kam und Jaime Roldós, einen Präsidenten Ecuadors). Auszüge aus seinem Buch "Bekenntnisse eines Economic Hit Man - Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia":

Economic Hit Men (EHM) sind hochbezahlte Experten, die Länder auf der ganzen Welt um Billionen von Dollar betrügen. Sie schleusen Geld von der Weltbank, von der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) und anderen ausländischen 'Hilfsorganisationen' auf die Konten großer Konzerne und in die Taschen weniger reicher Familien, die die Rohstoffe unseres Planeten kontrollieren. Ihre Methoden sind betrügerische Finanzanalysen, Wahlmanipulation, Bestechung, Erpressung, Sex und Mord. Ihr Spiel ist so alt wie der Drang nach dem Weltreich, doch heute, im Zeitalter der Globalisierung, hat es neue und erschreckende Dimensionen angenommen. Ich weiß das, ich war ein EHM.

Das ist die eigentliche Kompetenz der EMH: Wir bauen ein Weltreich auf. Wir sind eine Elite aus Frauen und Männern, die internationale Finanzorganisationen dazu benutzen, jene Bedingungen zu schaffen, mit denen andere Länder der Korporatokratie, so nenne ich den Komplex von Konzerne, Banken und Regierungen, unterworfen werden sollen. Und diese Korporatokratie beherrscht unsere größten Konzerne, unsere Regierung und unsere Banken. Wir haben viele Wege eingeschlagen, um dieses Imperium zu gründen, aber am typischsten ist vielleicht der, daß wir uns ein Entwicklungsland aussuchen, das über Ressourcen verfügt, die wir haben wollen, zum Beispiel Öl. Wie unsere Pendants in der Mafia bieten wir EHM nun einen Dienst oder eine Gefälligkeit an. Das kann zum Beispiel ein Kredit zur Entwicklung der Infrastruktur sein: Stromkraftwerke, Schnellstraßen, Häfen, Flughäfen oder Gewerbeparks. An den Kredit ist die Bedingung geknüpft, daß Ingenieurfirmen und Bauunternehmer aus unserem Land all diese Projekte bauen. Im Prinzip verläßt ein Großteil des Geldes nie die USA, es wird einfach von Banken in Washington an Ingenieurbüros in New York, Houston oder San Francisco überwiesen.

Obwohl das Geld also fast umgehend an Unternehmen zurückfließt, die zur Korporatokratie (dem Geldgeber) gehören, muß das Empfängerland alles zurückzahlen, die Schuldsumme plus Zinsen. Wenn ein EHM richtig erfolgreich ist, dann sind die Kredite so hoch, daß der Schuldner nach einigen Jahren seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Dann verlangen wir wie die Mafia unseren Anteil. Dazu gehören vor allem: die Kontrolle über die Stimmen in der Uno, die Errichtung von Militärstützpunkten oder der Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Öl oder die Kontrolle über den Panamakanal. Natürlich erlassen wir dem Schuldner dafür nicht die Schulden - und haben uns so wieder ein Land dauerhaft unterworfen.

Die Raffinesse, mit dem dieses moderne Reich aufgebaut wird, stellt die römischen Zenturios, die spanischen Konquistadoren und die europäischen Kolonialmächte des 18. und 19. Jahrhunderts bei weitem in den Schatten. Wir EHM sind schlau, wir haben aus der Geschichte gelernt. Wir tragen keine Schwerter mehr. Wir tragen keine Rüstung oder Kleidung, die uns verraten könnte. In Ländern wie Ecuador, Nigeria oder Indonesien kleiden wir uns wie Schullehrer und Ladenbesitzer. In Washington und Paris sehen wir wie Regierungsbeamte oder Banker aus. Wir wirken bescheiden und normal. Wir besuchen Projekte und schlendern durch verarmte Dörfer. Wir bekunden Altruismus und sprechen mit den Lokalzeitungen über die wunderbaren humanitären Leistungen, die wir vollbringen. Wir bedecken die Konferenztische von Regierungsausschüssen mit Tabellen und finanziellen Hochrechungen und halten an der Harvard Business School Vorlesungen über die Wunder der Makroökonomie. Wir sind stets präsent und agieren ganz offen. Oder zumindest stellen wir uns so dar und werden so akzeptiert. So funktioniert das System. Wir greifen selten zu illegalen Mitteln, weil das System auf Täuschung basiert, und das System ist von der Definition her legal.

Aber (und das ist ein sehr starkes "Aber") wenn wir scheitern, greift eine ganz besonders finsterere Truppe ein, die wir EHM als Schakale bezeichnen, Männer, die die direkten Erben dieser frühen Weltreiche sind. Die Schakale sind immer da, sie lauern im Schatten. Wenn sie auftauchen, werden Staatschefs gestürzt oder sterben bei "Unfällen". Und wenn die Schakale versagen sollten, wie zum Beispiel in Afghanistan oder im Irak, dann muß doch wieder das alte Modell herhalten. Dann werden junge Amerikaner in den Krieg geschickt, um zu töten und zu sterben.

Die globale Vorherrschaft der Vereinigten Staaten beruht im Wesentlichen darauf, daß der US-Dollar die Standard- und Reservewährung der Welt ist, und daß die United States Mint (Münze, bzw. FED) das Recht besitzt, diese Dollars zu drucken. Und so vergeben wir Kredite an Länder wie Ecuador, wohl wissend, daß diese Staaten sie niemals werden zurückzahlen können; wir wollen auch gar nicht, daß sie ihre Schulden begleichen, denn diese Nichtzahlung gibt uns die Mittel an die Hand, die wir brauchen. Unter normalen Umständen würden wir dadurch unser Kapital ernsthaft gefährden, denn kein Gläubiger kann es sich dauerhaft leisten, allzu viele uneinbringliche Kredite in seinen Büchern zu haben.

Aber wir leben nicht unter normalen Umständen. Die Vereinigten Staaten drucken Geld, das nicht durch Gold gedeckt ist. Es wird im Wesentlichen durch nichts anderes gedeckt als durch das allgemeine weltweite Vertrauen in unsere Wirtschaft und in unsere Fähigkeit, die Kräfte und die Ressourcen des Imperiums, das wir geschaffen haben, richtig zu nutzen und einzusetzen. Daß wir Geld drucken können, verleiht uns enorme Macht. Es bedeutet unter anderem, daß wir weiterhin Darlehen vergeben können, die aller Wahrscheinlichkeit nach nie zurückgezahlt werden, und daß wir gigantische Schuldenberge aufhäufen können. Anfang 2003 beliefen sich die Schulden der Vereinigten Staaten auf atemberaubende sechs Billionen Dollar, und sie sollten bis Ende des Jahres auf sieben Billionen steigen - was ungefähr 24.000 Dollar für jeden US-Bürger entspricht.

Solange die Welt den US-Dollar als Standard- und Reservewährung akzeptiert, stellt diese exzessive Verschuldung keine ernste Gefahr für die Korporatokratie dar. Sollte irgendwann jedoch eine andere Währung den Dollar ersetzen oder sollten sich einige von Amerikas Gläubigern (Japan oder China) entschließen, einen Teil dieser Wertpapiere zu verkaufen, um ihr Geld zurückzuholen, würde sich die Situation dramatisch verändern. Die Vereinigten Staaten würden sich schlagartig in einer höchst prekären Lage wiederfinden. (Anmerkung Der Weg: Genau das geschieht jetzt in der Finanz- und Euro-Krise. Lesen Sie mehr dazu auf unserer Seite Währungsreform.)


Textauszug aus John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia. Riemann Verlag. 2007. Komplettes Vorwort und Prolog, sind zu lesen unter: http://www.neuer-weg.com/politik/diverses/perkins_02.pdf


Das Nachwort der englischen Auflage 2006 enthält eine Kritik des derzeitigen Schuldenerlasses der dritten Welt durch die G8-Staaten. Perkins klagt, daß die vorgeschlagenen Bedingungen für diesen Schuldenerlaß diese Länder zwingen, ihre Gesundheits-, Bildungs-, Energieversorgungs-, Wasser- und andere Infrastrukturen an Privatkonzerne zu verkaufen. Diese Länder müßten auch ihre Subventionen für einheimische Betriebe einstellen, andererseits aber die Weiterführung der Subventionen an einige G8-Betriebe durch die USA und andere G8-Staaten akzeptieren, außerdem die Errichtung von Handelsbarrieren auf Importe, die G8-Industrien bedrohen. Die Ereignisse in Bolivien und Tansania werden als Beispiele der Effekte dieser vorgeschlagenen Bedingungen angeführt.


Weitere Link- und Literaturhinweise:

  • IWF und Weltbank - zwei Instrumente zur Zerstörung von Nationen. Ein aufschlußreiches Interview mit Michel Chossudovsky: http://www.trend.infopartisan.net/trd0900/t400900.html
  • John Perkins: Weltmacht ohne Skrupel. Die dunkle Seite der Globalisierung – Wie die USA systematisch Entwicklungsländer ausbeuten. Redline Wirtschaftsverlag 2007.
  • Naomi Klein: Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. Fischer 2007.
 
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Erstellt am: 27.03.2010. Aktualisiert am: 24.10.2011 00:25
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